Organspende wird reformiert – Widerspruchslösung findet keine Mehrheit

Deutschland liegt beim Thema Organspende weit hinter anderen Ländern in Europa zurück. Dabei warten in Deutschland aktuell rund 10.000 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan. 1.000 Menschen sterben jedes Jahr, weil sich kein Spender findet. Am gestrigen Donnerstag hat der Bundestag in einer emotional geführten Debatte über verschiedene Gesetze debattiert, die das Ziel einte, diesen Missstand zu beheben – allerdings auf sehr unterschiedliche Weise.

Die Bundestagsabgeordneten votierten am Ende mehrheitlich für den Vorschlag einer erweiterten Zustimmungslösung. Diese sieht vor, dass Organe nach dem Tod nur dann entnommen werden dürfen, wenn die verstorbene Person dem zu Lebzeiten zugestimmt hat. Allerdings soll zukünftig die Bereitschaft, Organe nach dem eigenen Tod zu spenden, regelmäßiger und gezielter erfragt werden.

„Ich bedaure, dass die von Jens Spahn initiierte Widerspruchslösung keine Mehrheit gefunden hat. Ich habe diese von Anfang an unterstützt, aus voller Überzeugung“, so der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Jan-Marco Luczak.

„Denn die Zustimmungslösung ändert am aktuellen Zustand im Kern nichts. Es wird allein auf mehr Informationen gesetzt, die etwa beim Abholen des Führerscheins oder Passes in den Bürgerämtern gegeben werden sollen. Das wird nicht funktionieren, es werden weiter Menschen sterben, weil Organe fehlen. Ein Organspender allein kann im Durchschnitt aber drei Menschen neue Hoffnung, neues Leben schenken. Vor diesem Hintergrund wäre es aus meiner Sicht zumutbar gewesen, Menschen abzuverlangen, sich zu entscheiden. Niemand wäre gezwungen gewesen, Organspender zu werden. Das Selbstbestimmungsrecht wäre unangetastet geblieben. Jeder hätte sich aber mit diesem Thema auseinandersetzen und sich zu einem Ja oder Nein durchringen müssen. Angesichts des Leids von so vielen Menschen, die dringend auf ein Spenderorgan warten, hätte ich dies richtig gefunden“, so Luczak weiter.

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